Löwen-Apotheke Bederkesa

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EHEC und Cranberry

Die EHEC- Infektion wird durch Enterohämorrhagische Escherichia coli Bakterien (EHEC) ausgelöst. Dabei handelt es sich um eine der krankheitserregenden Varianten des an sich vollkommen harmlosen Kolibakteriums, das zu einer normalen, gesunden Darmflora gehört. EHEC ist besonders gefährlich, denn es heftet sich wesentlich besser als andere Kolibakterien an die Darmschleimhaut, um dann in das Zellinnere vorzudringen. Dort lösen die Bakterien in vielen Fällen eine schwere, entzündliche Darmerkrankung aus bei der meist auch blutige Durchfälle auftreten. Eine weitere gefürchtete Komplikation ist das Hämolytisch-Urämische Syndrom (HUS) mit schweren Blutgerinnungsstörungen, Anämie, Gefäßschädigungen bis hin zum Blutgefäßverschluss und in der Folge Nierenversagen. Auch die Nervenzellen werden manchmal angegriffen.

Kolonie des Enterohämorrhagischen Escherichia coli Bakteriums (EHEC) Quelle:AFP/FTD
 

Verantwortlich für das Krankheitsgeschehen sind giftige bakterielle Stoffwechselprodukte, die zellzerstörend wirken, indem sie die Proteinbiosynthese zum Erliegen bringen.

Die Übertragung der Krankheitserreger geschieht ausschließlich oral über belastete Lebensmittel (frisches Gemüse, rohes Fleisch, Rohmilchprodukte), aber auch über unsauberes Bade- oder Trinkwasser. Der beste Schutz vor Ansteckung ist eine gute Hygiene mit häufigem, gründlichen Händewaschen vor und nach dem Umgang mit Lebensmitteln, nach dem Toilettengang und natürlich das Meiden potentieller Infektionsquellen.

EHEC ist nicht das einzige krankmachende Kolibakterium. Es gibt da noch andere, weniger gefährliche, zum Beispiel welche, die Blasenentzündungen auslösen. Von der Blasenentzündung betroffen sind hauptsächlich Frauen, da sie einen wesentlich kürzeren Harnleiter als Männer haben. Die Kolibakterien heften sich ähnlich wie EHEC an die Innenwand des Harnleiters und der Blase und dringen in die Zellen des Oberflächenepithels vor, wo sie dann eine Entzündung hervorrufen. Typische Symptome sind starke Schmerzen beim Wasserlassen; ständiger Harndrang, ziehende Schmerzen im Unterleib und oft auch Blut im Urin. Blasenentzündungen werden mit Antibiotika behandelt. Zusätzlich wird empfohlen  sehr viel zu trinken, um die Krankheitserreger und ihre Stoffwechselprodukte auszuspülen, viel Vitamin C einzunehmen, um die Immunabwehr zu stärken, wenig Zucker zu sich zu nehmen, um die Bakterien nicht noch zu füttern und eine gute persönliche Hygiene zu beachten.

Der Cranberry-Strauch. Die Früchte enthalten neben Vitamin C noch vile andere Inhaltsstoffe, darunter auch antibakteriell wirksame Proanthocyanidine (PAC). Quelle: Wikipedia
 

Zur Vorbeugung und zur ergänzenden Behandlung einer Blasenentzündung wird aber auch die amerikanische Cranberry-Pflanze empfohlen (Kronsbeere, verwandt mit der Preiselbeere). Die Früchte enthalten neben viel Vitamin C und einer großen Anzahl an Antioxidantien auch Stoffe, die das Anheften der krankmachenden Kolibakterien verhindern. Diese Stoffe gehören zu den Proanthocyanidinen (PAC), hochmolekulare Polyphenole, die aus sich wiederholenden Bausteinen aufgebaut sind (Oligomere). Diese PAC´s denaturieren (zerstören) Proteine. Im Falle der Kolibakterien machen sie die Proteinfäden funktionsunfähig, mit denen sich die Bakterien an Zelloberflächen anheften. PAC´s kommen auch in anderen Früchten vor, auch in Schokolade und in grünem Tee. Doch die Antihaftwirkung haben nur die PAC´s der Cranberry-Frucht! 

Ob diese Antihaftwirkung auch bei EHEC funktioniert? Wäre es vielleicht möglich  aus Cranberry ein wirksames Medikament zur Vorbeugung oder Behandlung von EHEC zu entwickeln? 

Immerhin ist das Anheften der Kolibakterien an die Zellen der Darmschleimhaut bei der EHEC-Infektion ja die Voraussetzung für das gesamte weitere Krankheitsgeschehen!

Jens Christian Heuer

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7 Gedanken zu “EHEC und Cranberry

  1. Zerrin Konyalioglu sagte am :

    In dieser ratlosen Zeit könnte Cranberry- neben all den anderen Empfehlungen zusätzlich- eine sinnvolle Ergänzung zu sein. Interessante und m.E. plausible Überlegung. Vielen Dank, werde jetzt Cranberrysaft kaufen gehen:)

  2. MSeçme sagte am :

    …sehr interessanter Beitrag

    vor Jahren hatte ich Cranberry bei einem M. Chron erkrankte Bekannten ausprobieren lassen, die war leider zu faul wenigstens einmal am Tag 0,2 ml Cranberrysaft zu trinken und mittlerweile habe ich den Kontakt verloren und kann nicht sagen, wie die bei Morbhus Crohn gewirkt haben.

    Aber; für alle Krankheiten gibt es ja eine Heilpflanze… das schreiben auch die Religionsbücher…
    das Wissen über die Antihaftwirkung ist enorm wichtig und war mir bisher nicht bekannt.

    Besten Dank lieber Jens, für die wertvollen Informationen.

    Vielleicht wäre es ergiebiger, wenn du das Wissen auch mit z.B. Robert-Koch-Institut o.ä. teilst…
    Man sagt ja, “wer brennt, weiß nicht, was gerade um sich geschieht”…
    Ich denke, hier ist jede Hilfe zur rechten Zeit willkommen…

  3. Es gibt Hinweise, dass EHEC auf antibakterielle Wirkstoffe in subletalen Dosen durch verstärkte Ausscheidung von Stx und Co. reagiert. Ich würde nicht a priori davon ausgehen dass derartige Probleme bei dem Kram nicht auftreten.

  4. Aygül Klein sagte am :

    Lieber Jens,
    diese Überlegungen machen unbedingt Sinn in dieser rat- und rastlosen Suche nach Heilmethoden. Die Vorbeugung muss an erster Stelle stehen wie bei allen anderen Krankheiten auch. Nicht umsonst empfehlen die Ärzte nun das Händewaschen, das offenbar bei vielen deutschen Haushalten nicht selbstverständlich sei(Bericht eines Prof. zur Vorkehrung).
    Deine Schlussfolgerungen als Vorbeugemaßnahme Cranberries einzusetzen, sind fundiert und logisch, vielen Dank für diese Deine Empfehlung.

  5. m.behrens sagte am :

    Hmmm, ich halte diese permanenten einseitigen Generalwarnungen, diese grundsätzliche Abkehr von rohem Futter für falsch und gefährlich. Gerade das Rohe kann uns vor Schlimmem bewahren – zudem ist ja das sehr viel gefährlichere Fleisch im den meisten Fällen der Überträger.
    Selbstverständlich ist der erwähnte Schutz “Cranberry” ebenso mehr als nur eine Theorie.
    Ich finde auch diesen folgenden Artikel sehr sehr gut: “Essen Sie “mehr” rohes Gemüse!”
    Was uns Menschen – und unsere Darmbakterien – gesund erhält, sind frische und möglichst naturbelassene Lebensmittel. Essen Sie “so viel rohes” Obst und Gemüse “wie möglich.” Doch natürlich ist nicht alles, was roh ist, automatisch auch unbedenklich. Am sichersten gehen Sie, wenn Sie auf dem Wochenmarkt z. B. beim Biobauern Ihres Vertrauens kaufen. Und vor allem: Lassen Sie sich von Ärzten, Gesundheitsbehörden und sogenannten Experten kein X für ein U vormachen.” http://www.impfkritik.de/pressespiegel/2011060101.htm

    Vielleicht sind auch für Christian weitere nützliche und/oder interessante Infos und Theorien dort enthalten…

    Schönes Wochenende

  6. Tom Joad (Mehmet Tosun) sagte am :

    sehr guter Artikel Jens.

  7. Wally sagte am :

    Und wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist und es schlimm steht mit dem Patienten, dann bitte bedenkt, dass Jesus Christus auch noch heute heilt. Bist du ein Kind Gottes, das gerecht vor Gott geworden ist durch das Kreuz, dann gehören alle Verheissungen der Bibel dir. In diesem Fall 1.Petrus 2:24 und Jesaja 53 -” … durch Jesu Wunden ist dir Heilung geworden!” Du nimmst Autorität ein über die Erkrankung in Jesu Namen und gebietest allen krankmachenden Kolibakterien den Körper zu verlassen und sprichst sie unwirksam. Dann SPRICHST du dir Heilung, göttliche Ordnung und Wiederherstellung deiner Darmflora in Jesu Namen. Jetzt dankst du Jesus für deine Heilung, die Er am Kreuz für dich errungen hat. Gott sagt es, du glaubst es, so ist es!

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