Löwen-Apotheke Bederkesa

Gröpelinger Str.8 27624 Bad Bederkesa

Venenmesswoche vom 26. bis zum 30. September 2011

Lassen Sie bei uns Ihre Venen checken –
vom 26. – 30. September 2011

Sie können die Funktion Ihrer oberflächlichen Venen bei uns überprüfen. Der Test dauert nur 10-15 Minuten. Bitte melden Sie sich aber vorher an, um Wartezeiten zu vermeiden. Telefon: 04745-325. Die Messung erfolgt mit einem LRR – Messsystem (LRR=Licht- Reflektions Rheografie). Dabei wird auf photometrische Weise (Photometrie=Lichtmessung) die Veränderung des Blutvolumens in den oberflächlichen Venen gemessen. Sie bekommen ein Messprotokoll, das Sie Ihrem Arzt beim nächsten Besuch vorlegen können.

Spannungs- und Schweregefühl, Kribbeln oder Juckreiz in den Beinen, geschwollene Knöchel oder sogar schon sichtbare Veränderungen an den Venen: All das können Symptome einer Venenschwäche sein.

Durch Veränderungen ihrer Struktur werden die Venen schlaff, können sich ausweiten und die in den Venen als kleine Ventile vorhandenen Venenklappen schließen nicht mehr effektiv.

 

Venenschwäche, Krampfadern Quelle: http://www.internisten-im-netz.de/

Dann kann das sauerstoffarme “verbrauchte“ Blut nicht mehr leicht zum Herzen zurückfließen. Der Blutstau übt Druck auf die Gefäßwände aus, was zum Anschwellen des Gewebes führt, und die Sauerstoffarmut begünstigt schädigende Prozesse in den Venenwänden, also das Fortschreiten der Krankheit. Sie kann bis zu Venenentzündungen, Ekzemen und „offenen Bein“, also einem Geschwür, führen. Es können sich auch gefährliche Thrombosen entwickeln. Die Blutgerinsel können sich losreissen und mit dem Blutstrom beispielsweise ins Gehirn oder in die Lunge geraten. Dort verstopfen sie dann sehr leicht engere Blutgefäße und es kommt zu einem Schlaganfall bzw. einer Lungenembolie.

Entwicklung einer Thrombose Quelle: http://www.internisten-im-netz.de/

Bei Beschwerden sollte man sich daher unbedingt vom Arzt untersuchen lassen! Die Behandlung richtet sich nach der Art und Schwere der Venenerkrankung und den eventuell zusätzlich erschwerenden Krankheiten. Viele Einzelfaktoren haben Einfluss auf diesen Krankheitsprozess, der dazu neigt fortzuschreiten. Man kann ihn stoppen, aber die meisten Venenschäden nicht rückgängig machen. Daher ist es wichtig viel zu tun um das Entstehen und Fortschreiten der Venenschwäche zu bremsen. Krampfadern sollten grundsätzlich behandelt werden. Erbfaktoren, Übergewicht, Berufe mit stehenden Tätigkeiten, Schwangerschaften sowie zunehmendes Alter sind große Risikofaktoren.

Medikamentöse Behandlung
Es gibt 2 Gruppen von empfehlenswerten Mitteln, für die gute wissenschaftliche Wirkungsnachweise vorliegen: Rosskastaniensamenextrakte und Flavonderivate. Beide werden innerlich angewendet. Für äußerlich anzuwendende Mittel hat die Wissenschaft keine über Placebo hinausgehende Wirkung gefunden.
Ob man besser Kastanienextrakte oder Flavonderivate nimmt, ist nicht generell zu sagen. In der Regel ist beides empfehlenswert, im Einzelfall kann jedes dieser Mittel jedoch wegen Nebenwirkungen wie Magenunverträglichkeit ausscheiden. Insgesamt sind beide Mittel sehr nebenwirkungsarm und auch auf Dauer und in der Schwangerschaft verträglich. Sie haben auch kaum Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und schließlich sind sie empfehlenswert, weil sie in Kombination mit Kompression ungefähr doppelt so stark wirken wie Kompression oder Medikament allein.

Rosskastanienextrakt enthält als Hauptinhaltsstoff das Triterpenglykosid-Gemisch Aescin. Es wirkt dem Austritt von Flüssigkeit (samt Proteinen und Elektrolyten) und Zellen aus den Blutgefäßen entgegen und hat eine gefäßabdichtende Wirkung. Durch Hemmung lysosomaler Emzyme, die in der geschädigten Vene vermehrt vorkommen, wirkt Kastanienextrakt dem Abbau der Glycokalix (Mucopolysaccharide) im Bereich der Kapillarwand entgegen. Aescin hemmt auch entzündliche Prozesse und fördert die Mikrozirkulation. In verschiedenen Studien wurden signifikante Besserung subjektiver Beschwerden wie Müdigkeits-, Schwere- und Spannungsgefühl, Juckreiz, Schmerzen und auch von objektiv messbaren Schwellungen nachgewiesen. 

Gewöhnliche Roßkastanie (Aesculus hippocastanum) Quelle: Wikipedia

Die wirksame Dosierung ist 100 mg Aescin pro Tag, möglichst als Retardzubereitung. Wir empfehlen Venostasin retard Kapseln, da für dieses Präparat die gute Wirkung besonders ausführlich wissenschaftlich dokumentiert ist.

Flavonderivate werden seit Jahrhunderten in der Volksmedizin von Asien benutzt. In den 1930er-Jahren wurde die Wissenschaft auf sie aufmerksam, als man fand, dass Kapillarblutungen nicht mit reinem Vitamin C, sondern mit ungereinigten pflanzlichen Vitamin-C Zubereitungen zu heilen waren. Als wirksames Stoffgemisch fand man die Flavonderivate. Sie kommen meist als gelblicher Farbstoff in Früchten, Blüten und anderen Teilen von zahlreichen Pflanzen vor. Bis heute kennt man mehr als 600 Derivate, die sich chemisch größtenteils vom Rutin ableiten. Ein wesentlicher Nachteil ist, dass sie schwer löslich sind. Daher wird der Pflanzenstoff Rutin semisynthetisch durch Anhängen eines wasserlöslichen Restes zu dem wasserlöslichen Wirkstoff Rutosid verarbeitet. Flavonderivate sind Antioxidantien haben eine ganze Reihe von biologischen Wirkungen, im Vordergrund stehen die Wirkungen auf das Kapillarsystem: sie werden weniger durchlässig und weniger brüchig. Verschiedene Flavonoide werden für unterschiedliche Anwendungen benutzt. Zur Venenbehandlung ist besonders das halbynthetische Oxerutin aus dem Japanischen Schnurbaum zu empfehlen, da für das zugehörige Präparat Venoruton sehr gute Wirknachweise vorliegen. Die wirksame Dosierung beträgt 10-20 mg/kg Körpergewicht/Tag, entsprecht ca. 1000mg Tagesdosis. Sowohl Unter- als auch Überdosierungen führen zu einer Wirkungsabschwächung.

Sowohl der Kastanienextrakt als auch Oxerutin wirken zusätzlich zur Kompressionstherapie abschwellend und bei „offenem Bein“ heilungsfördernd.

Was die Mittel allerdings nicht leisten, ist eine Thromboseprophylaxe. Dafür eignen sich Kompressionstherapie und Heparine. Wer eine lange Flug-, Bahn- oder Busreise vor sich hat, kann mit Rosskastanienextrakt Beschwerden wie schmerzende, geschwollene Beine verhüten, muß aber für den Fall eines bekannten Thromboserisikos vom Arzt verordnetes Heparin nehmen.

Kompressionstherapie
Für die Dauerbehandlung der Venenschwäche sind Kompressionsstrümpfe und –strumpfhosen ein Grundpfeiler der Behandlung, vorausgesetzt der Patient kommt damit zu recht und es steht kein Grund wie Bewegungseinschränkungen, Herzschwäche oder arterielle Durchblutungsstörungen dagegen. Kompressionstherapie sollte daher vom Arzt verordnet werden. Moderne Kompressionsstrümpfe sind relativ dünn und in verschiedensten Qualitäten erhältlich. Ihre Wirkung hängt von der Stärke des ausgeübten Drucks ab. Deshalb werden sie in 4 Kompressionsklassen angeboten. Sie beugen nachweislich Thrombosen vor.
Für leichte Beschwerden wie geschwollene Beine und leichte Krampfadern können Stützstrümpfe oder Stützstrumpfhosen das Mittel der Wahl sein, da sie leichter anzuziehen und angenehmer zu tragen sind, weil sie weniger Druck ausüben als Kompressionsware.
Es gibt sie als „Nylonstrümpfe“ und auch mit hohem Baumwollanteil. In der Löwen-Apotheke Bederkesa ist eine Auswahl davon vorrätig. Es ist auch sinnvoll, sie mit innerlich einzunehmenden Mitteln (s.o.) zu kombinieren.

Was kann man für sich selber tun?
Wichtige Ratschläge für Venenpatienten , nach Professor C. Diem:
Fast alles, was mit Bewegung zu tun hat, ist für Ihre Beine gut.(spazieren gehen, Rad fahren, schwimmen, wandern).
Wenn sich langes Stehen und Sitzen nicht vermeiden lässt, öfter umhergehen, Zehenstände machen.
Ins Gewicht fällt Ihr Gewicht. Je mehr Last Ihre Beine zu tragen haben, um so mehr werden sie belastet. Machen Sie es Ihren Beinen leicht und versuchen Sie, unnötige Pfunde loszuwerden.
Trinken Sie pro Tag mindestens 2 Liter Wasser, im Sommer 3 Liter. Achten Sie darauf, dass die Getränke nicht zu viel Kochsalz enthalten.
Ernähren Sie sich gesund und faserreich. Chronische Verstopfung bekämpfen: Stuhlgang durch ballaststoffreiche Kost regulieren, denn starkes Pressen beim Stuhlgang ist ein wesentlicher Faktor bei der Krampfaderneubildung.
Flaches, bequemes Schuhwerk tragen(keine spitzen Schuhe mit hochhackigen Absätzen). Am günstigsten ist ein leicht erhöhter Absatz und eine gute Fußbetteinlage. Barfuß gehen ist gesund, wenn nicht zusätzlich eine arterielle Verschlusskrankheit der Beine oder Zuckerkrankheit vorliegt.
Beine öfter kalt (nicht eiskalt) abduschen oder Wechselduschen mit kaltem (10-16°C) und warmem Wasser (38° C) sind eine Wohltat für die Beine. Führen Sie den Wasserstrahl außen am Bein hoch bis zur Leiste. Wiederholen Sie den Vorgang auf der Innenseite. Wechselwarme Anwendungen sollten immer mit kaltem Wasser beendet werden. Auch Kneipp’sches Wassertreten tut Ihren Venen gut.
Hoch das Bein! Nehmen Sie sich tagsüber und am Abend Zeit, die Beine hochzulegen. Stellen Sie das Fußende des Bettes einfach um 3 bis 5 Zentimeter hoch.
Wenn vom Arzt verordnet, täglich Kompressionsstrümpfe tragen (am besten bereits vor dem Aufstehen anziehen) bzw. die abschwellenden Medikamente (Ödemprotektiva) nach Vorschrift einnehmen. Im Rahmen der medikamentösen Therapie sollten jedoch nur Stoffgruppen zum Einsatz kommen, deren therapeutischer Effekt durch kontrollierte Studien belegt ist.

SSS- und LLL- Regel :
Sitzen und Stehen ist Schlecht, Lieber Liegen oder Laufen.

Vermeiden:
Isometrische Übungen (Krafttraining, Gewichtheben) sollten vermieden werden.
Vermeiden Sie das Tragen überschwerer Lasten.
Vermeiden Sie enge Kleidung (enge Hosen, straffe Mieder, Strumpf- und Gummibänder, enge Gürtel).
Vermeiden Sie Nikotin und Alkohol im Übermaß.
Ungünstig ist alles, was die Vene erweitert: Heiße Bäder, ausgiebige Sonnenbestrahlung, zu lange Saunagänge.
Generelle Empfehlung: Hitze und pralle Sonne meiden.

Venenunterstützende Maßnahmen
Beine so oft wie möglich hochlegen
Spezielle Gymnastik für die Beinmuskulatur
Kühle Beinbäder
Hitze meiden
Möglichst viel Bewegung (z.B. Schwimmen, Fahrradfahren)
Stützstrümpfe

Achtung!
Wenn Sie ungewöhnliche Beschwerden haben, z.B. eine plötzliche Schwellung und/oder eine Blauverfärbung eines Beines, Husten oder Atemnot mit oder ohne atemabhängige stechende Schmerzen, sollten sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Die Symptome könnten auf eine Thrombose bzw. sogar schon Lungenembolie hindeuten!!

Hedda Heuer,  Jens Christian Heuer

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